Eine Marke, die überlegt, ob sie dich bucht, schaut sich dein Portfolio vielleicht eine Minute lang an. In dieser Minute will sie drei Dinge wissen: Kann diese Person ein Video drehen, bei dem man hängen bleibt? Hat sie schon Produkte wie meines gefilmt? Und was kostet mich das? Ein UGC Portfolio ist die Seite, der Ordner oder das Profil, das diese Fragen für dich beantwortet, bevor es überhaupt ein Gespräch gab.
Kunden brauchst du dafür nicht. Du brauchst ein paar gute Beispielvideos, einen klaren Aufbau und die praktischen Infos, nach denen Marken suchen. Hier liest du, was rein muss, wo du es hostest, wie du ohne Aufträge Beispiele drehst und welche Fehler Creator Buchungen kosten.
UGC Portfolio erstellen: die Kurzfassung
- Was es ist: ein einziger Link mit deinen Beispielvideos, deinen Nischen, Ergebnissen (falls vorhanden), Preisen oder Paketen, Infos zu Nutzungsrechten und deinem Kontakt.
- Wie viele Videos: 3 bis 6 starke Videos, jedes in einem anderen Format (Unboxing, Review in die Kamera, Demo, Vorher und Nachher usw.).
- Wo du es hostest: eigene Website, Canva, Notion oder Google Drive, TikTok- oder Instagram-Highlights oder eine Creator-Mediakit-Seite wie bei Attribyte.
- Noch keine Kunden? Dreh Spec Ads zu Produkten, die du schon besitzt, und kennzeichne sie klar als Beispielarbeit.
Was ist ein UGC Portfolio?
Ein UGC Portfolio ist deine Verkaufsseite als Creator. Ein Influencer-Mediakit stellt Followerzahl und Zielgruppe nach vorne. Ein UGC Creator Portfolio stellt den Content selbst nach vorne, denn genau den kauft die Marke. Wenn du gerade erst anfängst, lies zuerst unseren Guide UGC Creator werden und komm zurück, sobald du Marken anschreiben willst.
Es geht nicht darum, beeindruckend auszusehen. Es geht darum, die Entscheidung leicht zu machen. Eine Marketingverantwortliche sollte deinen Link am Handy öffnen, zwei Videos ansehen, erkennen, dass du in ihrer Kategorie schon gedreht hast, und wissen, wie sie dich erreicht.
Was in dein UGC Portfolio gehört
1. Drei bis sechs Beispielvideos, sortiert nach Format
Das ist der Kern. Nimm deine 3 bis 6 besten Videos und sorg dafür, dass jedes ein anderes Format zeigt. Marken briefen meistens nach Format ("wir brauchen zwei Unboxings und ein Problem-Lösung-Video"), also hilft es, wenn sie genau das bei dir finden.
| Format | Was die Marke daran sieht |
|---|---|
| Unboxing oder erster Eindruck | Ob Verpackung und erste Reaktion echt wirken |
| Review direkt in die Kamera | Wie du vor der Kamera rüberkommst und ob du ein Produkt klar erklärst |
| Produktdemo oder Anleitung | Ob du das Produkt in Aktion zeigen kannst, mit sauberen Nahaufnahmen |
| Problem und Lösung | Ob du den Aufbau einer Anzeige verstehst: Problem, Produkt, Ergebnis |
| Vorher und Nachher oder Routine | Passt gut zu Beauty, Skincare, Haushalt, Fitness und Wohnen |
| Voiceover oder B-Roll ohne Gesicht | Dass du auch lieferst, wenn das Briefing kein Gesicht im Bild will |
Stell deinen stärksten Hook nach vorne. Viele Marken beurteilen ein Video nach den ersten drei Sekunden, genau wie die Zuschauer. Wie gute Einstiege aufgebaut sind, zeigen wir in unserem Guide zu UGC Hooks.
2. Deine Nischen
Schreib klar, welche Kategorien du abdeckst: Skincare, Nahrungsergänzung, Tierbedarf, Mode, Tech-Zubehör, Food. Eine Marke für Hundesnacks sucht jemanden, der schon mit Tieren gedreht hat. Zwei, drei Nischen sind ein stärkeres Signal als "ich mache alles".
3. Ergebnisse, falls du welche hast
Wenn ein Video von dir als Anzeige lief und die Marke dir Zahlen gegeben hat, nimm sie mit Erlaubnis auf: Views, Hook-Rate, Klickrate, Verkäufe oder ROAS (zum Beispiel "ROAS 3.2 über 30 Tage"). Nutze nur Zahlen, die du belegen kannst, und erfinde nie welche. Hast du noch keine Ergebnisse, lass den Abschnitt weg, statt ihn mit vagen Aussagen zu füllen. Logos oder kurze Stimmen von bisherigen Kunden zählen hier auch.
4. Preise oder Pakete und Nutzungsrechte
Du musst keine genauen Preise veröffentlichen, aber ein Richtwert hilft: "Einzelvideo ab X €, Paket mit 3 Videos ab Y €, Nutzung in bezahlten Anzeigen nach Absprache". Das filtert unpassende Anfragen raus und spart eine Mailrunde. Was realistisch ist, steht in unserer Übersicht zu UGC Preisen.
Schreib auch deine Standardbedingungen zur Nutzung dazu. Ist die organische Nutzung inklusive? Wie lange darf die Marke dein Video als bezahlte Anzeige schalten, und bietest du Whitelisting an? Ein großer Teil des Preises steckt in den Rechten, also mach sie sichtbar. Die Optionen erklärt unser Guide zu UGC Nutzungsrechten.
5. Kurzes Profil und Kontakt
Zwei, drei Sätze: wer du bist, wo du lebst, was du vor der Kamera gut kannst und wie schnell du lieferst. Dazu ein klarer Kontaktweg, E-Mail oder Buchungsformular. Lass Marken nicht suchen.
Vorlage: So baust du dein UGC Portfolio auf
Übernimm diese Struktur in das Tool deiner Wahl. Halte alles auf einer Seite zum Scrollen.
| Abschnitt | Was rein kommt |
|---|---|
| Kopfbereich | Name, "UGC Creator", Ort, ein Foto von dir |
| Intro | 2 bis 3 Sätze: Nischen, Stil vor der Kamera, Lieferzeit |
| Videos | 3 bis 6 Hochformat-Videos, jeweils mit Format und Nische beschriftet (und "Spec Ad", wo passend) |
| Ergebnisse | Belegte Zahlen, Kundenlogos oder Stimmen. Weglassen, wenn du keine hast |
| Leistungen und Preise | Was du lieferst (Rohdateien, geschnittenes Video, Hook-Varianten, Fotos) und Startpreise |
| Nutzungsrechte | Was standardmäßig drin ist und was extra kostet (Paid Ads, Laufzeit, Whitelisting) |
| Kontakt | E-Mail oder Buchungslink, dazu dein TikTok- oder Instagram-Handle |
Wo du dein UGC Portfolio hostest
Den einen richtigen Ort gibt es nicht. Wichtig ist, dass die Seite am Handy schnell lädt, Videos ohne Download abspielt und unter einem Link erreichbar ist, den du in jede Anfrage kopieren kannst.
| Option | Gut für | Achte auf |
|---|---|---|
| Eigene Website | Volle Kontrolle, professioneller Eindruck, eigene Domain | Aufwand beim Einrichten, meist monatliche Kosten, Impressum nicht vergessen |
| Canva | Schnell gestaltet, als Website-Link teilbar | Große Videodateien laden teils langsam |
| Notion | Kostenlos, aufgeräumt, schnell aktualisiert | Wirkt schnell austauschbar, wenn du nicht am Layout arbeitest |
| Google-Drive-Ordner | In Minuten eingerichtet, Marken können Dateien laden | Kein Kontext zu den Videos, Freigaben prüfen |
| TikTok- oder Instagram-Highlights | Marken suchen dort ohnehin nach Creatorn | Preise, Rechte und Ergebnisse lassen sich kaum zeigen |
| Attribyte Creator-Mediakit (/kit/deinhandle) | Zeigt die Performance-Historie von Videos aus Programmen auf Attribyte, pro Video getrackt | Enthält nur Arbeit über die Plattform, am Anfang also mit eigenen Beispielen kombinieren |
Viele Creator kombinieren zwei Varianten: eine Notion- oder Canva-Seite für den Pitch und dieselben Videos in einem Drive-Ordner zum Herunterladen. Egal wofür du dich entscheidest, öffne den Link vor dem Versenden einmal im Inkognito-Fenster.
UGC Portfolio erstellen ohne Kunden
Jeder Creator fängt mit einem leeren Portfolio an. Der übliche Weg raus sind Spec Ads: Videos, die du aus eigener Initiative zu einem Produkt drehst, das du schon besitzt, um zu zeigen, was du liefern würdest.
- Nimm Produkte, die du wirklich nutzt. Die Creme im Bad, das Proteinpulver in der Küche, das Lieblingsspielzeug deines Hundes. Echte Vertrautheit sieht man.
- Schreib dir ein Mini-Briefing. Wer kauft das, welches Problem hat die Person, was kann das Produkt am besten? Dann zwei, drei Hooks formulieren.
- Dreh jedes Produkt in einem anderen Format. Ein Unboxing, ein Review in die Kamera, eine Demo. So zeigst du mit drei Produkten Bandbreite.
- Bleib im Anzeigenformat. Hochformat, 15 bis 45 Sekunden, starker Einstieg, klares Ergebnis, kein langes Vorgeplänkel.
- Kennzeichne ehrlich. Markiere jedes Beispiel als "Spec Ad" oder "Beispielvideo, keine bezahlte Kooperation". Erweck nicht den Eindruck, eine Marke hätte dich beauftragt. Und wenn du solche Videos auf deinem eigenen Account postest, achte auf die Kennzeichnungsregeln, die wir im Guide UGC Creator werden zusammengefasst haben.
Spec-Arbeit ist auch dein Übungsfeld. Schau dir deine Videos ohne Ton an und frag dich, ob dich die ersten drei Sekunden stoppen würden. Wenn nicht, dreh den Einstieg neu.
Typische Fehler im UGC Portfolio
- Zu viele Videos. Zwanzig mittelmäßige Clips verstecken deine drei richtig guten. Wähl aus.
- Immer dasselbe Format. Sechs Reviews in die Kamera sagen einer Marke, dass du eine Sache kannst.
- Schwache Einstiege. Beginnt das Video mit "Hallo ihr Lieben", scrollt die Marke weiter, genau wie das Publikum.
- Download als Pflicht. Eine Marke sollte keine Datei herunterladen müssen, um sie anzusehen.
- Keine Infos zu Preisen und Rechten. Das kostet eine zusätzliche Mailrunde und wirkt unerfahren.
- Nicht gekennzeichnete Spec-Arbeit oder geliehene Ergebnisse. Spec Ads als Kundenarbeit auszugeben oder Zahlen zu nennen, die du nicht belegen kannst, kostet schnell Vertrauen.
- Kaputte oder private Links. Prüf die Freigaben jedes Mal, wenn du etwas änderst.
Checkliste für dein UGC Creator Portfolio
- 3 bis 6 Videos, jedes in einem anderen Format
- Bester Hook im ersten Video und in den ersten drei Sekunden
- Jedes Video mit Format, Nische und ggf. "Spec Ad" beschriftet
- Nischen klar benannt
- Ergebnisse nur belegt und mit Erlaubnis
- Startpreise oder Pakete
- Standard-Nutzungsrechte und was extra kostet
- Kurzprofil, Ort und Lieferzeit
- Ein klarer Kontaktweg
- Am Handy und im Inkognito-Fenster getestet
Das Wichtigste in Kürze
Ein gutes UGC Portfolio ist kurz, klar und ehrlich. Zeig ein paar starke Videos in verschiedenen Formaten, sag, für wen du Content machst, sei offen bei Preisen und Nutzung und mach es leicht, dich zu erreichen. Dann halt es lebendig: Tausch Spec-Videos gegen bezahlte Arbeit aus, sobald du sie hast, und ergänze echte Ergebnisse, sobald Marken sie teilen. Creator, die belegen können, dass ihre Videos verkaufen, werden wieder gebucht.
Häufige Fragen
Was gehört in ein UGC Portfolio?
3 bis 6 Beispielvideos in verschiedenen Formaten, deine Nischen, belegte Ergebnisse (falls vorhanden), Startpreise oder Pakete, deine Standardbedingungen zu Nutzungsrechten, ein kurzes Profil und ein klarer Kontaktweg.
Wie viele Videos braucht ein UGC Portfolio?
Drei bis sechs reichen. Nimm deine stärksten Arbeiten und achte darauf, dass jedes Video ein anderes Format zeigt.
Wie erstelle ich ein UGC Portfolio ohne Erfahrung?
Dreh Spec Ads zu Produkten, die du schon besitzt, jeweils in einem anderen Format, und kennzeichne sie klar als Beispielarbeit. Sobald du bezahlte Aufträge hast, ersetzt du sie durch Kundenarbeit und ergänzt Ergebnisse.
Wo kann ich ein UGC Portfolio kostenlos hosten?
Notion, Canva und Google Drive haben kostenlose Varianten, TikTok- oder Instagram-Highlights eignen sich als Ergänzung. Auf Attribyte bekommen Creator außerdem eine Mediakit-Seite, die die getrackte Performance von Videos aus Programmen auf der Plattform zeigt.
Sollte ich Preise in mein UGC Portfolio schreiben?
Es hilft. Eine komplette Preisliste brauchst du nicht, aber ein Startpreis pro Video und ein Hinweis zur Nutzung in bezahlten Anzeigen sparen beiden Seiten Zeit.



